Schmerzensgeld


Schmerzensgeld ist der Schadensersatz für immaterielle Schäden, d.h. Schmerzen, etc., die das Opfer durch die Tat und ggf. deren Folgen erleiden musste. Schmerzensgeld kann als Einmalzahlung, also Pauschalbetrag und/oder als Schmerzensgeldrente zuerkannt werden. Der Anspruch hierauf kann zivilrechtlich (außergerichtlich oder gerichtlich), aber auch über ein Adhäsionsverfahren gegen den Täter durchgesetzt werden.

Für die Opfer oft überraschend und (zu Recht) enttäuschend ist die Tatsache, dass die Schmerzensgeldbeträge in der deutschen Rechtsprechung im Vergleich zu anderen Nationen (Mandanten haben oftmals US-amerikanische Fälle im Hinterkopf) verhältnismäßig niedrig ausfallen. Man verdeutliche sich nur, dass z.B. der vierjährige sexuelle Missbrauch eines Kindes in über 100 Fällen einen Schmerzensgeldanspruch von 30.000,- € nach sich zog. Natürlich kann erlittenes Leid nie in Geld bemessen werden. [Ein Grund mehr, sich im Rahmen einer professionellen anwaltlichen Opfervertretung die Führung zweier Prozesse (Strafprozess bzw. Nebenklage und Zivilprozess) mit kleinlichem Hin- und Her zum Schmerzensgeld zu ersparen, und über das Adhäsionsverfahren in einem einzigen (Straf-)Prozess sich den Umstand zu Nutze zu machen, dass der Täter sich - zumindest für das Gericht - reuig zeigt und zur angemessenen Schadenswiedergutmachung (Schadensersatz und Schmerzensgeld) bereit ist, um ggf. eine mildere Strafe zu erhalten.] 

Für die Höhe des Schmerzensgeldes gibt es diverse Urteile aus der Rechtsprechung, eine intensive anwaltliche Recherche ist ebenso vonnöten, wie ggf. medizinische Gutachten, Prognosen zu möglichen Folgeschäden, usw.

Da das Schmerzensgeld letzten Endes nur eine besondere Art des Schadensersatzes ist, können die (anwaltlichen) Kosten seiner Geltendmachung in der Regel vom Täter ausgeglichen verlangt werden.

Hier noch einige Vorschriften zum Schmerzensgeld:

§ 253 BGB

Immaterieller Schaden

(1) Wegen eines Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, kann Entschädigung in Geld nur in den durch das Gesetz bestimmten Fällen gefordert werden.

(2) Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden.


§ 823 BGB

Schadensersatzpflicht

(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

(2) Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, welcher gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalt des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Verschulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein.


Stand: 22.02.2014